Kooperation mit Norwegen

DAAD Programm Projektbezogener Personenaustausch (PPP), 2017-2018

„Begriff und normative Konzeptionen und Praktiken der Freundschaft“

 

Wissenschaftliche Ziele

Freundschaft ist seit der Antike sowohl etwas, was es den meisten Menschen zu erleben gegeben ist, als auch ein Ideal oder eine Vorschrift eines guten, vollendeten bzw. glücklichen Lebens. Sosehr Freundschaft seit der Antike als ein konstitutiver Bestandteil der genuinen Menschlichkeit betrachtet wird, sosehr hat sich die Auffassung der Freundschaft verwandelt. Nicht nur ihre Gemeinsamkeiten oder Unterschiede mit benachbarten sozialen Gefühlen und Beziehungen wie Liebe oder Brüderlichkeit, sondern vor allem der Zweck der Freundschaft und die Erwartungen und Forderungen an den Freund, an die Freundschaften und an sich selbst als Freund haben sich in den normativen Auffassung der Freundschaft im Laufe der Zeit weitgehend verwandelt. Erst seit Kurzem wird versucht, unabhängig von jedem Ideal der Freundschaft, die Freundschaft als bestimmte Art von Gefühl und Emotion deskriptiv zu analysieren. Auf dieser Basis setzt sich das Projekt vier Aufgaben.

1. Begriffsanalyse der Freundschaft. (Während der Begriff der Freundschaft auf die Frage nach den Elementen antwortet, die zu jeder Art von Freundschaft gehören, bestimmt eine Auffassung der Freundschaft das, was zur Freundschaft gehören soll bzw. darf.)

2. Vergleich der heutigen Auffassung der Freundschaft mit dem antiken und klassischen Ideal und Herausarbeiten der beiden gemeinsamen Prämisse: der Freund ist ein anderes Selbst, das Ideal ist ein gemeinsamer grundlegender Wille bzw. ein gemeinsame grundlegende Ansicht.

3. Analyse der zunehmenden Differenzierung der Freundschaft.  Viele Formen und Normen der heutigen Erfahrung der Freundschaft stellen die Allgemeingültigkeit dieser Prämisse in Frage.

4. Untersuchung der Entstehung alternativer Ideale der Freundschaft, die auf der Aufhebung dieser Prämisse basieren.

 

Verantwortliche Personen:

Prof. Dr. Jean-Christophe Merle (Koordination Deutschland)

Prof. Dr. Carola Freiin von Villiez (Koordination Norwegen)

 

 

 

 

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